Kindergarten Mingun: Third weekly report from Christine Kießling

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Liebe Freunde und Bekannte!
Ich blicke nun zurück auf die dritte Woche meines Einsatzes. Die Zeit vergeht rasend.  Es ist eine gewisse Alltagsroutine eingekehrt. Die Kinder spielen in den Raumteilen und mühen sich redlich, auch wieder gut aufzuräumen. Wir haben nun auch eine Rollenspielecke, mit einer improvisierten Babyschaukel, ganz birmanisch. Es ist nett zu beobachten, wie sie Familie spielen und beim Verkaufen die Körbe auf dem Kopf balancieren. Die Bauspielecke ist auch immer voll, es entsteht die kleine Welt von Mingun. Die Erzieherinnen freuen sich auch darüber und unterstützen die Kinder mit Ideen. Der neue Teppich ist für diese Spiele wunderbar.  Im Unterricht haben wir den theoretischen Teil abgeschlossen. Es folgen noch Anwendungsübungen in den nächsten Wochen. Vier Wochen haben wir nun noch für viele praktische Arbeiten. Das mögen sie besonders, wenn sie den Alltagsbezug sehen und gleich alles ausprobieren können. Es sind nun insgesamt 6 Schülerinnen. Man merkt schon, wer bereits ein Training durchlaufen hat und wer neu dazu kam. Es zeigen sich auch Unterschiede in der Auffassungsgabe, im Interesse, in der Schreibgeschwindigkeit, und ich habe großes Glück gehabt, mit diesen drei tollen jungen Frauen im letzten Jahr die Ausbildung anzufangen.   Doch nicht nur die girls sind fleißig, auch Kyaw Kyaw und seine Helfer arbeiten an der Verschönerung des Hauses bei laufendem Betrieb. Es wird an Türen und Fenstern  gespachtelt, geschliffen und gestrichen, oft bis elf Uhr in der Nacht, mit Gesang, der mich in den Schlaf begleitet. Es ist nachts nicht mehr so kalt, habe ich das Gefühl. Insgesamt geht es mir gut. Morgens gehe ich in den Teeshop zum Frühstück, Kaffee mit so etwas wie Hefezopf. Mittags besuche ich das gleiche Restaurant wie letztes Jahr. Manchmal spreche ich dort Touristen an und empfehle ihnen, in ihrem Gastland hinter die Kulissen zu schauen und den Kindergarten zu besichtigen. Bei diesem Aufenthalt  versuche ich auch, etwas Burmesisch zu lernen. Es macht mir Spaß, und auch meinen Lehrern. Für den Umgang mit den Kindern ist es natürlich auch hilfreich, wenn ich sagen kann, dass es für heute genug ist und wir morgen weitermachen. Trotz aller Sprachbarrieren  ist der Umgang mit den Kindern leicht. Die Hälfte der Kinderschar ist ja dieselbe wie voriges Jahr. Bobo, den ich Bürgermeister nannte, ist ein Jahr reifer geworden und hat noch den gleichen Charme. Er ist nach wie vor empfänglich für alle Gegenstände, die herumliegen und baut sie in sein Spiel ein. Es reicht ihm auch nicht, auf der Schaukel zu sitzen, nein er fährt das Laufrad unter die Schaukel und schwingt mit dem Rad. Akrobatisch. Er sucht immer den Körperkontakt und liebt es, über die Schulter geworfen zu werden. Er hilft auch gerne bei Arbeiten, gestern habe ich mit ihm die Straße gekehrt mit dem Kinder-Kratzer, den ich mitgebracht habe.  Auch Pu Pu, die kleine Springmaus von letztem Jahr, kommt jeden Morgen her und begrüßt mich, und die Mama lacht von Weitem. Insgesamt durchschaue ich mittlerweile auch, wer im Dorf zu wem gehört, welche verwandtschaftlichen Bezüge bestehen und wer wo wohnt. Das ist natürlich die Grundlage für interessante Beobachtungen und für manchen Klatsch.  Wir können auch unserem Schreiner bei der Arbeit zuschauen, wenn er auf seinem Freiluftpodest 100 m entfernt bis spät abends hämmert, weil er uns die Lieferung bis nächste Woche versprochen hat. Einen Teil der Wandregale hat er schon in den Kindergarten bringen lassen. Heute war er da, um die Holzkonstruktion für den Geschirr-Lagerraum zu fertigen. Wenn der Schuppen  fertig ist,  kann umgeräumt und die Bücherei eingerichtet werden. Nächste Woche wollen wir nach Mandalay und einige Sportgeräte besorgen. Im Buchhandel werden wir nach Kinderbüchern schauen, die Titel und Preise notieren, um einen Überblick zu gewinnen, was die Ausstattung  kosten wird. Für die Ferien, die im März beginnen, soll die Bücherei möglichst zur Benutzung freigegeben sein. Die Kinder brauchen in diesen drei Monaten Ferien dringend Anregungen. Es gibt zu Hause so gut wie nichts, um sich zu beschäftigen. Sobald sie schulfrei haben, am Spätnachmittag und Samstag und Sonntag sind sie im Kindergartengelände und spielen. So bin ich immer umgeben von Kindern. Doch kann ich mich auch in mein Zimmer zurückziehen und manchmal ein Nickerchen machen. Danach kann man sich dann wieder ins Getümmel werfen. Nun ist früher  Abend und alle sind zu Hause. Die girls waren eben noch da, um eine Runde Domino zu spielen. Ich habe ihnen heute schulfrei gegeben.Mir und Kyaw Kyaw auch.  Morgen, am Sonntag, erwarten wir Besuch aus Mandalay und abends ist wieder Lesson. Dann kann eine neue Woche mit einem neuen Wochenplan beginnen. Soweit nun das Neueste aus dem kleinen Mingun am großen Irrawady. Viele liebe Grüße Christine