Tourism Assistant Project: Report from Pauline Metzinger

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Im September 2019 konnte ich für vier Wochen das „Tourism Assistant Project“ an der PDO in
Mandalay unterstützen. Zusammen mit zwei Studierenden der HTW Saarbrücken haben wir den 5.
Durchlauf des Projekts jeden Abend in verschiedenen touristischen und wirtschaftswissenschaftlichen
Fächern unterrichtet. Ich habe die Kurse „Sustainable Tourism“ sowie „Hospitality English“
übernommen, da ich in meinem Tourismus-Management Studium der Hochschule München den Fokus
auf „Sustainable Tourism“ gelegt habe.

Da die Studierenden tagsüber entweder an der Universität studieren oder einen Job haben, bleibt
abends zwei bis drei Stunden Zeit für das Tourismus-Programm. Dass die Studierenden trotzdem noch
mit einer ungebremsten Lernbegierde im Unterricht erscheinen, zeigt wie motiviert die jungen
Menschen in Myanmar sind, und welche attraktiven Berufsperspektiven sie sich mit dem TAP-
Abschluss versprechen. Der Berufswunsch vieler Studierenden ist es, Reiseleiter zu werden. Dafür ist
es sehr hilfreich, dass einige an der Universität eine Fremdsprache wie Deutsch, Russisch oder
Chinesisch studieren. Viele sehen sich auch bei einem Reiseveranstalter oder an der Rezeption in
einem Hotel, was in Myanmar ein sehr prestigereicher Job ist.

Gleich in unserer ersten Woche fand eine Job-Messe für die Studierenden statt. Ohmar Myint, die TAP-
Leiterin, hat mehrere Unternehmen eingeladen teilzunehmen. Darunter waren größere Hotels, ein
Reiseveranstalter und ein Unternehmen, das eine Taxi-Buchungs-App entwickelt hat. Diese
Unternehmen haben an kleinen Ständen ihr Angebot an zu besetzenden Stellen präsentiert und die
Studierenden konnten sich direkt vor Ort bewerben und sogar bereits Bewerbungsgespräche führen.
Zusätzlich haben die Studierenden für das Rahmenprogramm der Veranstaltung gesorgt und konnten
so beweisen, dass sie in der Lage sind, eine Veranstaltung zu organisieren und zu moderieren. Sogar
das Fernsehen war vor Ort und hat einen Bericht für die Nachrichten gedreht, da das TAP mittlerweile
im ganzen Land bekannt ist. Auf circa 40 Studienplätze pro Durchgang kommen bis zu 500
Bewerbungen aus dem ganzen Land.

Das Unterrichten hat insbesondere deshalb so viel Freude bereitet, weil die Studierenden motiviert
mitgearbeitet haben und Interesse gezeigt haben. Das Englisch der Studierende war insgesamt
erstaunlich gut, man konnte sich mit allen gut verständigen und über fachliche Themen sprechen. Ich
habe versucht, ein Bewusstsein für nachhaltigen Tourismus zu schaffen, und war nicht zuletzt
beeindruckt von der starken freiwilligen Teilnahme zahlreicher TAP-Studierenden bei der „Clean
Mandalay Campaign“. Die Kampagne findet regelmäßig Sonntagmorgens um 07:00 Uhr statt. Dabei
befreit man in variierenden Stadtteilen Mandalays, mit mehreren Teams, die Straßen von Müll. Bei
Laune gehalten werden die Teams durch ein kostenloses Frühstück und lauter Musik. Auch sonst
zeigten die Studierenden großes Interesse an dem Thema Nachhaltigkeit im Tourismus und haben viel
mitgearbeitet. Ich habe die Grundlagen der Nachhaltigkeit erst theoretisch behandelt und dann
versucht mit möglichst vielen Bildern, Positiv- und Negativbeispielen die Auswirkungen von Tourismus
realitätsnah zu behandeln. Gemeinsam sind wir im Unterricht Handlungsmaßnahmen durchgegangen
und haben uns überlegt, wie diese in Myanmar umsetzbar wären.


Wohnen konnten wir Volunteers im Gästehaus auf dem Gelände der PDO. Verglichen mit dem
durchschnittlichen Wohnstandard der Menschen in Myanmar, sind die Zimmer fast schon luxuriös. Ich
habe es sehr genossen, einen ruhigen Ort zum Abschalten zu haben. Da der Unterricht abends
stattfand, hatte ich tagsüber Zeit, den Unterricht vorzubereiten und konnte dies sowohl in meinem
Zimmer tun oder das Büro der Kollegen nutzen, die mit den Vor-Ort-Aufgaben des Fördervereins
betraut sind.

Aber neben dem Unterrichten und der Vorbereitung blieb noch Zeit für andere Dinge. Tägliches
Highlight war das Mittagessen bei Moemoe, eines der ersten Patenkinder des Vereins. Sie weiß esgenau, myanmarische Gerichte für den deutschen Gaumen zu kochen! Es hat jeden Tag fantastisch
geschmeckt. Abends sind wir oft mit den Kollegen aus dem Büro oder mit den anderen Volunteers in
der Umgebung der PDO essen gegangen oder wir haben neue Restaurants in der Stadt ausprobiert.
Bei vielen Angelegenheiten des täglichen Lebens wurden wir von unseren Kollegen tatkräftig
unterstützt. So war immer jemand zur Unterstützung dabei, um gemeinsam auf dem Markt günstige
Stoffe zu kaufen, dem Schneider unsere modischen Vorstellungen auf burmesisch zu erklären, ich
konnte unsere Kollegin und Freundin Laelae als Übersetzerin mit zum Frisör nehmen und beim Essen
gehen im Restaurant war es bei all dem nicht identifizierbaren Essen Gold wert, einheimische Freunde
an unserer Seite zu haben. Generell bin ich der Meinung, dass wir so das Land auf eine sehr intensive
Weise kennenlernen konnten, da wir viele Dinge erst verstanden haben, weil unsere neugewonnenen
Freunde sie uns übersetzen und erklären konnten.

Auch außerhalb des Unterrichts konnten wir Kontakte mit den gleichaltrigen Studierenden knüpfen.
So kamen einige Male Studenten auf uns zu und baten uns um Hilfe bei Bewerbungsschreiben, was wir
natürlich gerne getan haben. Eine Gruppe Studierende, die die Lehrerausbildung machen, haben uns
um Hilfe bei der Neueröffnung des Cafés auf dem PDO-Gelände gebeten. An zwei Wochenenden haben
die Studierenden mit uns einen Trip zum Wandern in die Berge im Umland von Mandalay
unternommen und wir sind für ein Wochenende nach Nyaung Shwe und Kalaw am Inle-See gefahren.
Der Aufenthalt in Myanmar war so besonders, da ich das Land so intensiv kennenlernen konnte, wie
es bei einer „normalen“ Reise kaum möglich ist. Das Leben in der Klosterschule und das Zusammen-
arbeiten mit den Kollegen aus Myanmar hat uns die Möglichkeit gegeben, am Alltag der Menschen
teilhaben zu lassen. Ich habe viele herzliche Menschen getroffen und Freundschaften geknüpft. Ich
hoffe sehr, ich konnte meinen Beitrag leisten, den Studenten Wissen zu vermitteln und dem Land zu
einer nachhaltigen Tourismusentwicklung zu helfen.

Im Septemer 2019,  Pauline Metzinger