Living Sponsorship: A Report of the Pfaff Family

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In unserer Reihe Lebendige Patenschaften bringen wir sporadisch Berichte von Pateneltern. F├╝r uns sind dies Zeugnisse lebendiger Unterst├╝tzung f├╝r junge Menschen, die ohne diese Unterst├╝tzung wohl kaum eine Chance h├Ątten, Schuldbildung, auch h├Âhere und schlie├člich sogar Universit├Ąts-Ausbildung zu erlangen. Hier ist nun ein weiteres Beispiel f├╝r diese Karrieref├Ârderung. Wir brauchen das Wort Karriere keinesfalls in Anf├╝hrungsstriche zu setzen. Lang ist in der Zwischenzeit die Liste derer, die auch akademische Berufe aus├╝ben. Der F├Ârderverein┬á Myanmar e.V. hilft eine stetig wachsende Zahl von Patenschaften zu schaffen. Wenn Sie sich engagieren m├Âchten, so finden Sie hier alle n├Âtigen Informationen.

28. Februar 2018 Karl Bruch

 

Besuch bei unserem Patenkind im November 2017

Im Jahr 2015 hatten wir zum ersten Mal vom F├Ârderverein Myanmar geh├Ârt und uns auch genauer informiert, da wir im November 2015 unseren Urlaub in Myanmar verbringen wollten.
In Myanmar haben wir dann auch zum ersten Mal die Schule in Mandalay, eher zuf├Ąllig, besucht, da zu dieser Zeit Ohmar Myint ihr B├╝ro dort hatte und wir uns dann auch dort trafen um einige Punkte unseres Programms von ihr planen zu lassen.
Bei unserem weiteren Besuchsprogramm fuhren wir dann auch nach Mingun wo wir wieder zuf├Ąllig auf den Kindergarten des F├Ârdervereins trafen.
Der Urlaub in Myanmar hat uns sehr gut gefallen, insbesondere die freundliche Bev├Âlkerung ist uns in positiver Erinnerung geblieben. Da wir ├╝ber den Wahltermin in Myanmar waren blieb uns eine Begebenheit besonders in Erinnerung. Wir sa├čen in einem Cafe in Pyin U Lwin als ein ├Ąlterer Herr zu uns kam, stolz seinen blauen Finger zeigte und sich bei uns als Vertreter Deutschlands und Europas daf├╝r bedankte, dass er frei w├Ąhlen gehen durfte.
Als wir in Deutschland zur├╝ck waren k├╝mmerten wir uns dann um eine Mitgliedschaft im F├Ârderverein und entschlossen uns auch ein Patenkind zu unterst├╝tzen.
Wir hatten dann auch zwischenzeitlich einen losen Briefverkehr mit unserem Patenkind Aung Khant Zaw.
F├╝r November 2017 planten wir dann unseren Urlaub in Laos zu verbringen und entschlossen uns, da wir genug Zeit zur Verf├╝gung hatten, noch einen Besuch bei unserem Patenkind anzuh├Ąngen.
Wir konnten es kaum glauben aber dieses landschaftlich wundersch├Âne Laos liegt in der Entwicklung nach unserer ganz privaten Einsch├Ątzung nochmal weit hinter Myanmar zur├╝ck. Dies best├Ątigte sich dann auch, als wir nach Myanmar kamen. Das Land befindet sich im rasanten Aufbruch. Fast ├╝berall wo wir hinkamen sahen wir modernste Stra├čenbaumaschinen bei der Arbeit und einige Stra├če waren auch schon in einem Top-Zustand. Neue Universit├Ąten werden gebaut.
Nun aber zu unserem Besuch. Wir hatten schon zu Hause Kontakt mit Kyaw Kyaw aufgenommen um den besten Zeitpunkt eines Besuches zu finden.
Wir entschieden uns mit der ├Âffentlichen F├Ąhre von Mandalay nach Mingun zu fahren und den gesparten Mehrpreis lieber der Familie unseres Patenkindes zukommen zu lassen.
Bei der Ankunft in Mingun erwartete uns KÔÇŽ zusammen mit unserem Patenkind bereits am Flussufer. Da wir Mingun schon von unserem letzten Besuch kannten f├╝hrten uns die zwei direkt zum ÔÇ×HausÔÇť unserer Gastgeber, wobei wir unterwegs weitere Spuren des F├Ârdervereins, n├Ąmlich einen Trinkwasserbrunnen mit sauberem Trinkwasser im Wohnviertel entdeckten.
Das ÔÇ×HausÔÇť der Familie, wie wir kurz darauf erfuhren 13 Personen, Vater, Mutter, 9 Kinder, 1 Schwiegertochter, 1 Enkelkind, ist eine Holz-Bambush├╝tte auf Stelzen mit einer Wohnfl├Ąche von gesch├Ątzt 4 mal 4 Metern. In der H├╝tte war der Boden ger├Ąumt, auf dem, f├╝r uns unvorstellbar,┬á sicherlich immer die ganze Familie auf Decken schl├Ąft. Ein Tisch, vielleicht 25 cm hoch befand sich im Wohnbereich, wo schon f├╝r uns gedeckt war. Hier wurden dann auch die leckersten Gerichte aufgetischt, die wir bisher auf unseren S├╝dostasienreisen gegessen hatten. W├Ąhrend dem Essen haben wir die Anwesenden mit unseren Fragen gel├Âchert, was sicher f├╝r den armen Kyaw Kyaw als einzigen ├ťbersetzer sehr anstrengend war. Unser Patenkind spricht leider noch kein brauchbares Englisch.
Wir erfuhren, dass er in die staatlich Schule in Mingun geht, wo er zusammen mit etwa 60 Sch├╝lern in einer Klasse unterrichtet wird.
Im n├Ąchsten Schuljahr wird er in eine Sport-Fu├čball-F├Ârderklasse wechseln, auch so etwas gibt es hier.
Dass Fu├čball das gro├če Hobby unseres Jungen ist, wussten wir bereits aus seinen Briefen und hatten deshalb in Laos das passende Geschenk f├╝r ihn besorgt, zwei Trikotsets, FC Bayern M├╝nchen und Deutsche Nationalmannschaft, beides in Myanmar bekannte und verehrte Mannschaften. Auch hatten wir am Vortag unseres Besuchs noch einen Fu├čball in Mandalay gekauft und mitgebracht.
Beim Essen mussten wir uns sehr bremsen, da wie bereits gesagt alles sehr lecker war und wir der Familie nicht alles wegessen wollten, denn wir waren wie uns bereits von Frau Falkenstein angek├╝ndigt war, die einzigen am Tisch die a├čen.

Da unsere F├Ąhre eine feste Abfahrtzeit hatte, eine Nachmittagsf├Ąhre gibt es f├╝r uns unverst├Ąndlicherweise nicht,┬á mussten wir dann auch bald wieder aufbrechen. Wir ├╝bergaben der Mutter des Jungen einen Umschlag mit, f├╝r uns, etwas Bargeld f├╝r den Jungen und die Familie nach ihren eigenen Entscheidungen.
Auf dem Weg zur F├Ąhre mussten wir dann an ihrem Verkaufsstand vorbei, wo sie an diesem Vormittag von einer ihrer T├Âchter vertreten wurde. Hier mussten wir uns noch jeder ein Kleidungsst├╝ck aussuchen, das wir jedoch nicht bezahlen durften.
Was sollen wir als Fazit aus unserem Besuch ziehen. Wir waren ├╝berw├Ąltigt von der Freundlichkeit und Herzlichkeit wie wir empfangen und bewirtet wurden. Wir empfinden gro├če Dankbarkeit dass wir die Familie treffen konnten und hoffen, dass der Junge genug Fortschritte beim Englischlernen macht, damit wir bei einem m├Âglichen n├Ąchsten Besuch in einigen Jahren keinen Dolmetscher mehr ben├Âtigen.
Vielen Dank an den F├Ârderverein und an Kyaw Kyaw – Ihr macht hier ein Super Arbeit.

Februar 2018 Anke und Thomas Pfaff