
Ein Gespräch mit unserem Paten Gerd Paulus über seine Erfahrungen mit dem Förderverein Myanmar
Myanmar – ein Land, das in den vergangenen Jahren immer wieder erschüttert wurde. Militärputsch, Erdbeben, Unterdrückung – Myanmar ist ein Land, auf das die Weltöffentlichkeit viel zu selten blickt, obwohl die Menschen dort seit Jahrzehnten Aufmerksamkeit und Hilfe benötigen. Doch es gibt auch Menschen, die nicht wegsehen, sondern aktiv helfen. Gerd Paulus tut das als Pate bei uns im Verein.
Eine Patenschaft, die aus dem Herzen kommt
„Ich wollte das eigentlich schon immer machen", erzählt Gerd Paulus über seine Motivation, eine Patenschaft zu übernehmen. „Aber ich war mir nie sicher, ob das Geld wirklich dort ankommt, wo ich eine Patenschaft haben wollte." Diese Unsicherheit kennen viele. Was den ehemaligen langjährigen Geschäftsführer und heutigen Coach und Mentor überzeugt hat? Die persönliche Verbindung und die Transparenz des Fördervereins Myanmar.
„Ich bekomme Feedback von wirklich echten Personen – und das regelmäßig. Es ist nicht nur ein Callcenter, sondern es sind immer die gleichen Personen, die antworten. Das ist das Richtige", beschreibt er seine Erfahrung. Gerade nach dem schweren Erdbeben war für ihn klar: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, zu helfen.
Wenn aus Hilfe Freundschaft wird
Was Gerd Paulus besonders berührt, sind die kleinen, persönlichen Gesten: Briefe, die hin und her gehen, Fotos seiner Patentochter Win Lin, und sogar ein selbstgebasteltes Armband. „Ich bin sogar eingeladen worden, die Familie zu besuchen", erzählt er lächelnd. „Zurzeit kann ich mir nicht vorstellen, dass ich dorthin fliege, aber nichtsdestotrotz finde ich das süß."
Die Verbindung zu seiner Patentochter geht tief. Als Win Lin erkrankte, konnte durch die Patenschaft die medizinische Versorgung gesichert werden. Mit seiner fachlichen Expertise konnte Gerd sogar überprüfen, ob die Medikation sinnvoll war – und war erleichtert: „Scheint jetzt wieder alles gut zu sein."
Der große Impact mit kleinem Einsatz
„Wenn du merkst, dass du Freude machst, mit Mitteln, die du verkraften kannst, problemlos, dann ist das schön", sagt Gerd Paulus. Er betont dabei eine wichtige Erkenntnis: „Man kann mit wenig Mitteln Menschen glücklich machen."
Warum er sich für Myanmar entschieden hat und nicht für Hilfsprojekte vor der eigenen Haustür? Seine Antwort ist pragmatisch und ehrlich: „Erstens tue ich hier auch einiges. Und das zweite ist: Hier jemanden wirklich zu unterstützen, das ist finanziell einfach eine ganz andere Dimension als dort. Dort kann ich es problemlos machen – mit viel Impact. Von hier könnte ich es nicht tun."
In den reicheren Ländern gebe es soziale Systeme, die vieles auffangen. In Myanmar hingegen bedeutet eine Patenschaft oft die Absicherung einer ganzen Familie. „Das Geld, das wir da runterschicken, ist fast ein Einkommen von einer Person da unten", erklärt Saskia Bülow vom Förderverein.
Mehr als Geld – eine Lebensperspektive
Für Gerd Paulus ist die Patenschaft mehr als nur finanzielle Unterstützung. „Was fange ich mit meinem Leben und meinen Möglichkeiten an? Diese Fragen nach dem Sinn stelle ich mir immer wieder. Und ich fühle mich einfach gut dabei. Wenn ich einen Brief kriege, dann weiß ich ganz genau: Es ist gut, dass ich das gemacht habe."
Gerd Paulus plant bereits in die Zukunft: „Ich würde die Kleine, wenn sie dann 16 ist, auch mal hier in die Schweiz einladen. Das ist kein Problem." Er denkt über Geschenke wie z.B. ein Smartphone nach, damit sie ins Internet gehen und telefonieren kann. Der Förderverein unterstützt auch bei solchen Vorhaben und berät natürlich gerne, was hilfreich und sinnvoll ist.
Vertrauen durch persönliche Beziehungen
Was macht den Förderverein Myanmar so besonders? Gerd Paulus bringt es auf den Punkt: „Das gute Gefühl – das sind einfach persönliche Beziehungen." Er schätzt die vernünftigen Antworten auf seine Fragen, etwa ob es sinnvoller sei, zwei Kinder zu unterstützen oder eine ganze Familie.
„Ich bin bisher mit dem, was ich an Feedback kriege, sehr zufrieden. Und wenn ich was habe, funktioniert alles gut", fasst er seine Erfahrungen zusammen. Seine Bilanz nach den ersten Monaten der Patenschaft: „Ich fand es eine sehr schöne und glückliche Fügung, dass ich den Förderverein Myanmar kennengelernt haben – sowohl für mich als auch für Win Lin."
Gemeinsam können wir mehr bewirken
Gerd Paulus' Geschichte zeigt: Eine Patenschaft ist mehr als eine finanzielle Transaktion. Es ist eine Herzensverbindung zwischen Menschen, die sich sonst nie begegnet wären. Es ist die Chance, mit überschaubaren Mitteln echten, spürbaren Unterschied im Leben einer Familie zu machen. Und es ist eine Bereicherung für beide Seiten.
„Beschenkt wird man selbst dabei", sagt Gerd Paulus. „Für mich ist das zumindest so."
In Myanmar leiden die Menschen weiter unter politischer Unterdrückung und den Folgen von Naturkatastrophen. Die Welt schaut oft weg. Aber Menschen wie Gerd Paulus schauen hin – und handeln. Ihre Hilfe kommt an, macht einen Unterschied und gibt Hoffnung.
Möchten auch Sie einem Kind in Myanmar eine Zukunftsperspektive schenken? Der Förderverein Myanmar vermittelt Patenschaften mit persönlicher Betreuung und direktem Kontakt zu Ihrem Patenkind. Jede Patenschaft unterstützt nicht nur ein Kind, sondern hilft der ganzen Familie. Informieren Sie sich über unsere Arbeit und werden Sie Teil einer Gemeinschaft, die mit Herz und Verstand hilft.
Kontakt und weitere Informationen: https://www.help-myanmar.net/projekt-patenschaften/
Februar 2026; Das Gespräch führte Saskia Bülow; alle Fotorechte bei Förderverein-Myanmar e.V.