Aktuelles aus unserer Arbeit

Wir sind ein gemeinnütziger Verein, der in Myanmar (Burma), einem der ärmsten Länder der Welt, die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen fördert.

(Deutsch) "Burma Sahib": Ein lesenswertes Buch über die Kolonialgeschichte Myanmars

Sorry, this entry is only available in Deutsch. For the sake of viewer convenience, the content is shown below in the alternative language. You may click the link to switch the active language.

Viele, die unsere Seite besuchen und lesen sind schon in Myanmar gewesen. Und mit Sicherheit hatten sie dann die folgende Begegnung, zumeist an touristisch bedeutsamen Orten, aber selbst an der Bootsanlegestelle (jetty) nach Mingun. Es waren meist junge Männer mit einer bunten myanmarischen Umhängetasche, aus der sie dann mit großer Wahrscheinlichkeit zwei Bücher in mehr oder weniger ramponiertem Zustand präsentierten-die Ansichtsexemplare. Der "Glaspalast" von Amitav Gosh und "Tage in Burma" von George Orwell. Sobald sie die Sprache es Besuchers erkannt/erraten hatten, präsentierten sie die Bücher auch in weiteren Sprachen. Orwells "burmese days", die englische Version war immer dabei. -Die deutsche Ausgabe war meist die Diogenes-Ausgabe aus Zürich. Je nach Herkunftsland "Les Jours de la Birmanie", auf Spanisch "Días de Birmania", und auf Italienisch "Giorni in Birmania". Freundlich lächelnd boten sie dann auch zuweilen den Titel in der burmesischen (Myanmar) Mutter-Sprache an: မြန်မာ့နေ့ရက်များ (Myanma Nei Yate Myar). Wer sich mit der kolonialen Historie Myanmars befasst, kommt um George Orwell nicht herum. Letztes Jahr (2024 )erschien nun ein weiteres Werk von Paul Theroux (us-amerikanischer Schriftsteller, geboren 1941) mit dem Titel "Burma Sahib".

(Burma Sahib. Collins, New York 2024, [ISBN 978-0-06-329754-8]). Mit gleichem Titel ist auch Anfang des Jahres die deutsche Übersetzung von Cornelius Reiber bei Luchterhand, München 2025. [ISBN 978-3-630-87796-9] erschienen. Es sind 5 Jahre aus dem Leben Eric Blairs, der als Polizist in Burma für das britische Empire Dienst tat.Den britischen Polizisten Eric Blair, der fünf Jahre in Burma lebte, gab es wirklich. Er nannte sich später George Orwell und wurde der Autor, den wir alle aus "Burmese days" kennen.

Aus der Lebensgeschichte des jungen George Orwell– damals noch Eric Blair - hat der US-Schriftsteller Paul Theroux jetzt einen fesselnden historischen Roman gemacht, der mit der britischen Kolonialherrschaft hart ins Gericht geht.  

Fasziniert folgt man den Spuren des jungen Eric Blair zu mehr als einem halben Dutzend verschiedener Einsatzorte quer durch Burma, die der ausgewiesene Reiseschriftsteller Paul Theroux auch sinnlich spürbar macht.

Die Beschreibungen von Gerüchen, Speisen, Kleiderstoffen, exotischen Tieren und Musik tragen dazu bei, Zugang zur britischen Kolonie Burma und dem zunehmend isolierten Protagonisten in seinen Polizeijahren zu finden. Meine Empfehlung: Es ist eine spannende Ergänzung und Erweiterung zu den beiden Klassikern "der Glaspalast" und "Tage in Burma"

Wenn wir eines Tages wieder nach Myanmar reisen können, wird wahrscheinlich ein drittes Buch aus der bunten Umhängetasche gezaubert werden. "Burma sahib", möglicherweise schon arg zerfleddert, aber in der Tasche liegen dann die fein in Cellophan eingepackten Verkaufsexemplare. Viel Spaß bei der Lektüre.

Karl Bruch, August 2025


linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram